Welcher Musiker kennt nicht den täglichen “Kampf” mit dem Instrument - das Wechselbad der Gefühle zwischen “Star und “unterem Mittelfeld”?

Leistungsdruck und Wettbewerb verstärken den Konflikt.

Um instrumental und künstlerisch zu wachsen, genügt es manchmal nicht nur das Instrument “anzuschauen”. Körpersignale, wie Verspannungen und Schmerzen, fordern spätestens dann einen anderen Umgang mit sich und seinem Instrument.

Die Dispokinesis ist eine ganzheitliche
Haltungs- und Bewegungslehre für Musiker

Die wörtliche Bedeutung leitet sich von den Begriffen "disponere" (verfügen über) und "kinesis" (Bewegung) ab, also über seine Bewegungen verfügen.

Starke Unsicherheiten, Verspannungen, verkrampfte Technik, Versagensängste, Entzündungen oder auch Schmerzen, die bis zur Spielunfähigkeit führen können - die Statistik spricht von 70 % Berufsmusikern mit Beschwerden.

Statistisch gesehen können Ärzte und Orthopäden den Meisten nicht helfen. Massagen, Spritzen und andere Anwendungen verschaffen vorübergehend Linderung, behandeln aber eben nur die Symptome und nicht deren Ursachen. Auch die Professoren an den Hochschulen wissen, in der Kürze ihrer bemessenen Unterrichtszeit, häufig keine Lösung für die oft komplexen Verspannungsprobleme ihrer übermotivierten Studenten. Der geläufige Rat, mehr zu üben, ist gut gemeint. Liegen die Probleme jedoch in der grundsätzlichen Haltung und damit in der Instrumentalhaltung und Spieltechnik, führt das vermehrte Üben in einen Teufelskreis, der die Überspannung oder die Schmerzen noch verstärkt und die Spielprobleme größer werden lässt.

Die Ursachen dafür, dass sich eine „natürliche, gute Haltung“ nicht entwickeln konnte oder dass sie im Laufe der instrumentalen Entwicklung verloren ging, sind vielfältig: Etwa kulturell, gesellschaftlich oder familiär bedingte Fehlentwicklung in Kindheit und Jugend, schlechte Stühle in Schule und Orchester, psychische Probleme und insbesondere eine falsche Vorstellung von Bewegungsabläufen am Instrument.

Um registrieren zu können, was beim Musizieren eigentlich passiert, wie wir uns halten und bewegen, wo wir dabei vielleicht Fehler machen, müssen wir unsere Sensomotorik schulen. Ein inneres Gespür für uns selbst / Spannung und Entspannung finden. Das sind sehr feine Gefühle, die in unserer Erziehung und Umwelt meistens vernachlässigt wurden oder gelitten haben. Für Musiker sind diese Gefühle jedoch lebenswichtig!

Da physiologisch Haltung vor Bewegung kommt, bedeutet es auch: über seine Haltung verfügen.

Ein System von Übungen, von G. O. van de Klashorst in vielen Jahren der Praxis mit Musikern entwickelt, sind die "Bausteine" der Dispokinesis. Sie werden Urgestalten genannt. Es sind keine gymnastischen Übungen, sondern Haltungs- und Bewegungsformen, die sich an der Entwicklung von Haltung und Bewegung orientieren und zusammen mit dem / der betreffenden MusikerIn erarbeitet werden.

Diese Arbeit ist ein Erfahren, ein Entwicklungsprozess, der aus Lehrbüchern nicht zu lernen ist. Erst die eigene Haltung und Bewegung - auch die Wahrnehmung von Fehlern, die man macht - führt schließlich zum Bewusst-werden.

Haltungs- und Bewegungsgefühle, die wir wahrnehmen und uns vertraut machen, können wir bewußt einsetzen. Das bereichert und stabilisiert die musikalische Entwicklung, macht uns belastbar und unseren musikalischen Ausdruck weitgehend unabhängig von der sogenannten Tagesform.



Studio für Dispokinesis
Aktuelles
Beate Schmalbrock
Flöte und Dispokinesis

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